Die organisierte Kriminalität in Griechenland

Veröffentlicht: Mai 1, 2013 von xryshavgi in Finanzkrise
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Ein Bericht der griechischen Polizei zeichnet die Landschaft des organisierten Verbrechens und zeigt die Eskalation der Gewalt von Seite organisierter Banden auf.

In einem geheimen Bericht, der schon vor Tagen fertig gestellt wurde und nun an das Licht kam, stellt die griechische Polizei (ELAS) eine gefährliche Eskalation der Gewalt durch Banden des organisierten Verbrechens fest. Auf Basis des Berichts waren bis vor kurzem von der ELAS etwa 200 Banden ausgehoben worden, die sich systematisch der schweren und organisierten Kriminalität widmeten, jedoch agieren die meisten Banden unkontrolliert, mit der Polizei in der Rolle des Beobachters.

Charakteristisch für die Art des Agierens dieser Banden ist die Tatsache, dass inzwischen die Gewalt und der Gebrauch von Waffen sogar auch in Fällen verzeichnet werden, in denen dies früher nicht üblich war, wie beispielsweise bei der Verbringung von Immigranten. Grundziel ist der Erwerb von Reichtum um jeden Preis, während die Konkurrenz stark ist …

Die Verbrechenskategorien, die in Griechenland blühen

In dem Bericht der ELAS werden die Basiskategorien der Verbrechen wiedergegeben, die in Griechenland “blühen”. Darin umfasst sind der Vertrieb harter Drogen, der Diebstahl von Metallen von den Netzen der OSE oder der DEI, das Trafficking, der Säuglingshandel, die bewaffneten Raubüberfälle u. a.

Griechenland stellt die Kreuzung zwischen drei Kontinenten dar, und das ist auch der Drogen-Mafia sehr gut bekannt. Charakteristisch ist, dass allein 2011 die ELAS 64 kriminelle Gruppen aushob und 341 Personen wegen entsprechender Fälle verhaftete. In dem Bericht, der in der Zeitung Eleftheros Typos veröffentlicht wurde, wird die Route der Drogen dargestellt, die in Griechenland verschoben werden oder ankommen.

Routen und Kontrolle des Drogenhandels

Das nach Griechenland und in die übrige EU importierte Heroin kommt überwiegend aus Afghanistan, von wo es über die Türkei und andere Balkanstaaten verbracht wird. In den beiden letzten Jahren wird jedoch verstärkt auch die “Schleuse des Schwarzen Meers” genutzt. Der Bericht stellt fest, dass der “weiße Tod” über Georgien und die Ukraine nach Rumänien verbracht wird und danach seinen Weg ins Baltikum und nach Westeuropa nimmt.

Barone des Kokains – immer auf Basis des geheimen Berichts der ELAS – sind die Serben und Mauretanier, die das “Dealing” kontrollieren. Griechenland stellt eine Zwischenstation dar, während Spanien und Portugal die Länder sind, aus denen die Drogen in die EU gelangen. Trotzdem gelangt das Kokain in etlichen Fällen auch direkt auf den europäischen Markt, über den Seeweg oder per Flugzeug, verpackt in Warencontainern. Die Geldwäsche erfolgt entweder über Banken in Griechenland oder Offshore-Gesellschaften, während die Gelder häufig auch direkt für den Kauf luxuriöser Immobilien verwendet werden.

Was den Cannabis-Handel betrifft, der von Jahr zu Jahr eine Zunahme präsentiert, gelten als Matadore des Spiels die Banden albanischer Herkunft. Bezeichnend ist, dass 2010 in Griechenland insgesamt 7,5 Tonnen Cannabis beschlagnahmt wurden, im folgenden Jahr dagegen bereits 13,5 Tonnen. Die Partien werden über die griechisch-albanische Grenze bewegt und dann in dem gesamten griechischen Staatsgebiet in Umlauf gebracht.

An den einschlägigen kriminellen Gruppen sind auch Griechen beteiligt, während sich – wie zu erwarten – an der Verbringung keine “Führungskader” beteiligen und somit der Verhaftung entziehen. Die einheimischen Gruppen, die Cannabis anbauen und in Umlauf, bestehen aus Verwandten und Freunden und sind nicht nur in Griechenland, sondern auch in Holland und Italien aktiv.

OSE und DEI werden “ausgeplündert”

Ein anderer Sektor, auf dem neuerdings das organisierte Verbrechen in Griechenland blüht, ist der Diebstahl von Metallen, hauptsächlich Transformatoren und Kupfer- und Aluminiumkabeln. Das Phänomen hat ungeheure Dimensionen angenommen und hat zum Ergebnis, dass Eisenbahn (OSE) und Elektrizitätsgesellschaft (DEI) riesige Schäden erlitten haben.

Die Täter sind hauptsächlich Griechen, Bulgaren, Rumänen und Pakistani, während das Diebesgut an Recycling-Unternehmen und Schrotthändler verkauft wird. Ergänzend sei angemerkt, dass zunehmend auch die Elektro-Installationen landwirtschaftlicher Bewässerungsanlagen und photovoltaische Anlagen geplündert oder im letzteren Fall sogar komplett demontiert werden.

Säuglingshandel unter Kontrolle bulgarischer Banden

Bulgarischer Herkunft sind hauptsächlich die Mitglieder der Säuglingshandel-Banden. Unter Ausnutzung der furchtbaren wirtschaftlichen Lage einiger Familien bringen sie Frauen dazu, die vor kurzem entbunden haben, ihre Kinder zu verkaufen oder sogar auch ohne Gegenleistung abzugeben, die dann von den Banden an kinderlose griechische Familien vermittelt werden.

In den letzten Jahren zeigen diese Banden in Griechenland intensive Aktivitäten, während ähnliche Banden mit Mitgliedern rumänischer Herkunft von Tag zu Tag zunehmen.

Trafficking und Ausnutzung von Arbeitskräften

Derselben Kategorie mit dem Säuglingshandel wird ebenfalls jene des Menschenhandels, aber auch der Ausnutzung von Arbeitskräften zugeordnet – mit charakteristischem Beispiel (nicht nur) die Gettos bei Manolada (wobei es im letzteren Fall allerdings überwiegend um – legale und illegale – Immigranten aus Bangladesch, Pakistan usw. geht).

Es handelt sich um Bürger aus Osteuropa, die unter Verhältnissen der Mittellosigkeit gelebt haben und auf der Suche nach einem besseren und würdigeren Leben nach Griechenland kommen. Die kriminellen Gruppen “rekrutieren” ihre Opfer, schicken sie nach Griechenland, und im weiteren Verlauf werden sie von konkreten Banden in Empfang genommen und zu illegaler Arbeit gezwungen.

Im Menschenhandel ist auch die Beteiligung von Organisationen bulgarischer Herkunft intensiv. Die Polizei stellte fest, dass in solchen Banden Gewalt angewendet wird, um ihre Opfer dazu zu bringen, sexuellen Kontakt zu Kunden zu haben. Ein anderes interessantes Element des Berichts ist die Tatsache, dass Frauen, die früher Opfer waren, dazu neigen, sich denselben kriminellen Organisationen anzuschließen.

Hinsichtlich der Gruppen, die im Bereich der Ausnutzung von Arbeitskräften aktiv sind, wurde festgestellt, dass sie überwiegend aus Griechen und Bulgaren bestehen. Die Opfer werden in Baracken gebracht, wo sie unter elenden Bedingungen leben. Sie werden verpflichtet, für ihre Verpflegung und Unterkunft zu zahlen, und zu vielen Stunden unbezahlter Arbeit gezwungen.

Raubüberfälle erfolgen zunehmend mit brutaler Gewalt

Speziellen Bezug nimmt der Bericht der ELAS auf die bewaffneten Raubüberfälle. Es wird eine Verlagerung des Interesses der kriminellen Organisationen von den Banken und anderen öffentlichen und bewachten Lokalitäten zu privaten Vermögen verzeichnet (Häuser, Geschäfte u. a.). 2010 wurden konkret 431 Raubüberfälle in bewachten Lokalitäten verübt, während sie 2011 auf 190 sanken. Die Raubüberfälle in unbewachten und privaten Lokalitäten schnellten jedoch von 1.143 im Jahr 2010 auf 1.938 im Jahr 2011 hoch.

Es sei angemerkt, dass bezüglich der Gruppen, die organisierte Raubüberfälle in Griechenland verübten, keine Beweise für ihre Verwicklung in internationale Kreise vorliegen. Eine Ausnahme stellt die berüchtigte Bande der “Rosa Panther” dar, an der Griechen, aber auch Serben, Kroaten und Mauretanier beteiligt waren.

Charakteristisches Merkmal der Aktivität der in Rede stehenden Gruppen ist die Gewalt, wobei sie nicht zögern, Waffen zu benutzen – sogar auch um zu töten -, damit ihre Unternehmungen von Erfolg gekrönt werden. Im Jahr 2011 hob die ELAS 127 solcher kriminellen Organisationen aus.

Quelle: http://www.griechenland-blog.gr/2013/04/die-organisierte-kriminalitaet-in-griechenland/13042/

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