beamterGriechenland muss sich einmal mehr den Befehlen der internationalen Geldgeber beugen. Diesmal sind die Staatsbediensteten dran. Das Tabu ist gebrochen: 15 000 Lehrer und Kommunalbedienstete müssen gehen. Wie lange halten die Griechen das alles noch aus?

Die Spirale der Verzweiflung hat für viele Griechen kein Ende. Auch bei 27 Prozent Arbeitslosigkeit bestehen die internationalen Geldgeber darauf, dass die Regierung in Athen weitere 15 000 Staatsbedienstete bis Ende 2014 entlässt. 4000 müssen bereits bis zum Jahresende gehen. Nur so darf das Euro-Krisenland auf die Auszahlung der nächsten Hilfstranche in Höhe von 2,5 Milliarden Euro bis Ende Juli hoffen.

Die Regierung unter Ministerpräsident Antonis Samaras hatte in den vergangenen zwölf Monaten gezögert, die «Heilige Kuh» der Unkündbarkeit von Staatsbediensteten zu schlachten. Doch nun scheint die Staatsführung wie wild um sich zu greifen und die erstbesten Staatsdiener zu entlassen. Als erste sind Lehrer, Hausmeister und Reinigungskräfte in Schulen sowie Angestellte der Kommunen dran. Am Mittwochabend soll das Parlament die Entscheidung treffen.

Es ist eine schmerzhafte Aufgabe für die Abgeordneten. Denn jetzt geht es nicht mehr um die 1,3 Millionen «anonymen» Griechen des privaten Bereichs, die seit 2009 ihren Job verloren haben. Jetzt betrifft es die Vettern oder die eigenen Frauen und Männer, die Politiker der beiden Regierungsparteien in den vergangenen Jahrzehnten eingestellt hatten. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist: Tausende weitere Familien werden ohne ein Einkommen dastehen. Noch weniger Geld auf dem Markt bedeutet noch mehr geschlossene Geschäfte und noch mehr Arbeitslose im Land.

Viele griechische Experten schlagen die Hände über den Kopf zusammen. Wenn das Problem des Schuldenstaates mit der Entlassung von 15 000 Staatsbediensteten gelöst wäre, dann wäre es kein Problem. Aber das wird nicht der Fall sein. «Mittlerweile sieht man die Zahlen und nicht mehr die Menschen», sagt der griechische Schriftsteller Petros Markaris. «Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Wenn es so weitergeht, dann kommt es zur Explosion. Und je später sie kommt, desto schlimmer wird sie sein», befürchtet der 76-Jährige, dessen Kriminalromane auch bei deutschen Lesern beliebt sind.

Andere Beobachter vermuten, dass die Geldgeber-Troika in der aktuellen Situation einen fatalen Fehler macht. Sie will den aufgeblähten Staatsbereich um jeden Preis verschlanken. Die Kreditgeber bestehen auf der Reduzierung der Staatsbediensteten und nehmen damit noch mehr Wind aus den Segeln der maroden griechischen Wirtschaft, kritisiert der Finanzexperte Nikos Wroussis.

Die griechische Regierung hatte eigentlich versucht, das Personal sanft abzubauen. 2009 waren es noch 724 000 Staatsbedienstete. Dann wurde das System eingeführt, wonach für fünf Beamte bei Erreichen des Rentenalters nur ein neuer eingestellt wird. Im April 2013 gab es laut Innenministerium nur noch 621 000 Staatsbedienstete. Doch die sanfte Methode reicht nicht.

Mit den neuen Entlassungen wird nach allgemeiner Einschätzung in Griechenland die politische Stabilität aufs Spiel gesetzt. Abgeordnete und Bürgermeister können sich nicht mehr in ihren Wahlbezirken zeigen. Am Mittwochabend soll das Parlament die Entlassungen billigen. Die Regierungskoalition hat aber nur noch eine knappe Mehrheit von 155 Angeordneten im 300-Sitze-Parlament. Selbst wenige Abweichler würden reiche, um das ganze System und alle Bemühungen der letzten Jahre für 15 000 Arbeitsplätze platzen zu lassen.

Die linke Opposition macht der Regierung den Vorwurf, mit der neuen Regelung werde das Tor für weitere Massenentlassungen weit aufgemacht. Außer den 15 000, die bis nächstes Jahr gehen sollen, müssen nämlich weitere 25 000 in eine sogenannte Mobilitätsreserve gehen. Auch viele dieser Menschen müssen mit der Arbeitslosigkeit rechnen, sollte in den nächsten acht Monaten keine andere Stelle für sie beim Staat gefunden werden. Die Gewerkschaften nennen dies das «Vorzimmer» für weitere Entlassungen.

Das schlimmste Problem: Für alle, Staatsbedienstete und Arbeitslose des privaten Bereichs, gibt es in Griechenland keinen Silberstreif am Horizont. Die Wirtschaft soll auch dieses Jahr bis fünf Prozent schrumpfen. Und mit den neuen Entlassungen wird die Liste der arbeitslosen Menschen länger. Darauf haben weder die Regierung noch die EU oder die Troika bislang eine Antwort gefunden.

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Markus Lanz und “Gesundheitsminister”-Darsteller Bahr versuchen, Dirk Müller fertigzumachen. Man will Müller als “Verschörungstheoretiker” hinzustellen. Es geht um den Griechischen Öl- und Gasskandal.

Ein Schmierenstück besonderer Güte, welche die Volksverdummungsanstalt ZDF dem gehirngewaschenen Bürger da zumutet.

Sitzt Griechenland auf 51 Billionen Kubikmeter Erdgas? Gasreserven Griechenlands um ein Vielfaches größer als gedacht

“Ist das krisengebeutelte Athen wirklich arm? Experten behaupten, das notorisch bankrotte Griechenland sei reich an Rohstoffen. Allein in der Ägäis sollen ungeahnte Gas-Schätze schlummern.
Es ist eine Ohrfeige für jeden deutschen Steuerzahler. Der Tag für Tag arbeiten geht, erst mit 67 in Rente darf, sich Sorgen um die Altersvorsorge macht. Und um die Zukunft seiner Kinder. Viele haben sich mehr oder weniger damit abgefunden, dass sie für den jahrzehntelangen Schlendrian griechischer Politiker, für die eigenwillige Interpretation von Steuergesetzen vieler Hellenen, für den Traum einer Gemeinschaftswährung von Europas Politikern geradestehen müssen. In den vergangenen Wochen schlug die Troika für Griechenland einen weiteren Schuldenschnitt vor. Das träfe jetzt erstmals direkt die Steuerzahler. Zum Schlag ins Gesicht wird es, wenn sich ansatzweise bewahrheitet, was seit Monaten immer wieder hochkocht: nämlich, dass Griechenland gar nicht arm ist. Sondern reich. Und zwar an Bodenschätzen……”

gaslager

Vor über 20 Monaten berichtete Politaia.org über den gigantischen Betrug, den die Bankster und die korrupten Regierungen im Zusammenhang mit dem Griechenland-Bailout , der Abzocke Deutschlands und den Gas- und Ölreserven Griechenlands durchziehen.
Während sich Israel, Zypern, die Türkei und der Libanon um die riesigen Gasfelder vor ihren Küsten streiten (mehr dazu hier und hier), ist es um den weitaus größten Eigner der Festlandssockel im östlichen Mittelmeer merkwürdig still.

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Das vitale Interesse Deutschlands am Verbleib Griechenlands und Zyperns in der Eurozone

Die Offshore-Investmentberatungsfirma Pytheas schreibt in einer Präsentation mit dem Titel Southeastern Mediterranean Hydrocarbons, dass die gesamte EU mit den griechisch-zypriotischen Gasvorkommen 120 Jahre mit Energie versorgt werden kann. In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass der Zwergstaat Süd-Zypern ein “Rettungspaket” über 16(!!!) Milliarden Euro haben will.

In der Studie von Pythea heißte es auf den Seiten 14 – 17:

“Der jährliche Verbrauch von Erdgas in der EU beträgt 500 Milliarden Kubikmeter. Beinahe die Hälfte wird aus Russland importiert, 160 Milliarden Kubikmeter aus Algerien und 90 Milliarden Kubikmeter aus Libyen. Bis 2020 wird der Bedarf um weitere 225 Milliarden Kubikmeter steigen. Das Gesamtenergiedefizit (bezogen auf Öl und Gas) wird damit 845 Milliarden Kubikmeter (als Erdgasäquivalente) erreichen. Dieses Energiedefizit kann weder von Russland….noch von Algerien und Libyen befriedigt werden…..

Laut dem USGS (US-Geologischer Dienst) umfassen die Gaslager vor den Küsten (EEZs) Zyperns, Israels und Ägyptens (abgesehen von den bereits entdeckten Lagern) konservativ geschätzt weitere 10,8 Billionen Kubikmeter. Das bringt die Gesamtreserven auf einen Stand von 13,8 Billionen Kubikmeter, das 12fache an Erdgas, das Europa in Zukuft aus der Nabucco-Pipeline insgesamt erhalten soll. Zieht man großzügig 3 Billionen Kubikmeter für den heimischen Bedarf von Zypern, Ägypten und Israel ab, so verbleiben 10,8 Billionen Kubikmeter Gas, welche den Energiebedarf der EU für die nächsten 35 Jahre (nach 2020) befriedigen könnten!

pythea

Bruneton, Konofagos und Foscolos behaupten in ihrem Papier vom März 2012 mit dem Titel ““Cretan Gas Fields – A new perspective for Greece’s
hydrocarbons”, dass die Kohlenwasserstoff-Lager südwestlich und südöstlich von Kreta riesig sind; wahrscheinlich größer als diejenigen in der Levante. Diese zuverlässigen Autoren gehen sogar soweit zu behaupten, dass sich innerhalb der griechischen 200-Meilen-Zone bis zu 51 Billionen Kubikmeter Gas befinden! Wenn Bruneton, Konofagos und Foscolos richtig liegen… und man nur die Hälfte davon als als förderbar annimmt, so sind das 25 Billionen Kubikmeter Gas zusätzlich zu den 10,8 Billionen aus der Levante, was den Energiebedarf Europas ab 2020 für weitere 120 Jahr decken könnte.”

Was läuft im Hintergrund ab?

Am 14.08.2012 meldete der Kopp-Verlag unter dem Titel “BND enthüllt: So betrügen uns die Griechen“:

“Nach übereinstimmenden Angaben des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND und deutscher Diplomaten haben die Griechen mithilfe von Washington und Ankara einen perfiden Plan geschmiedet, der sich vor allem gegen den Hauptzahlmeister in der EU richtet: Deutschland.

Demnach hat die griechische Regierung die Sparauflagen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und EU aus einem ganz bestimmten Grund vorsätzlich unterlaufen, um einen ersten Schuldenschnitt zu bekommen. Und sie hält alle weiteren Sparauflagen der Troika bewusst nicht ein, um weitere Hilfsgelder und einen zweiten Schuldenschnitt zu bekommen. Athen will unbedingt den Bankrott mit einem Schuldenschnitt. Was auf den ersten Blick absurd klingt, wird verständlich, wenn man die geheimen Hintergründe kennt…”

Die griechische Oligarchie will soviel wie möglich herausholen und hält sich nicht an die Vereinbarungen mit der Troika, der EZB und dem IWF, indem sie auf einen weiteren Schuldenschnitt durch einen Staatsbankrott hinarbeitet. Seit 2009 lässt sich Griechenland (in der Hauptsache von der Deutschland) alimentieren, obwohl das Land mit dem Verkauf von Förderrechten sämtliche Schulden problemlos bezahlen könnte. Aber warum bezahlen, wenn es auch anders geht? Da haben sich die griechischen Oligarchen mit Hilfe der USA einen perfiden Plan ausgedacht:

Erst kommt die drohende Pleite, hervorgerufen durch die internationale Bankstermafia, allen voran Goldman-Sachs. Dann kommen die Hilfsgelder der EU. Man verzögert die Reformen, es kommen weitere Hilfen bis zum ersten Schuldenschnitt, der bereits stattgefunden hat. So geht es weiter bis zum zweiten Schuldenschnitt durch den Staatsbankrott. Man tritt aus der EU aus und kann mit der neuen Drachme neu durchstarten. Und man sitzt auf unsagbaren Schätzen. Denn von 300 Milliarden Dollar kann gar nicht die Rede sein. Bei einem Erdgaspreis von nur 0,20 Cent/Kubikmeter ab Erzeuger sind das im Falle der griechischen Reserven (von vorsichtig geschätzten 25 Billionen Kubikmetern) – etwa 5.000 Milliarden Euro.

Laut der Präsentation vom Pythea sind dabei bei weitem noch nicht alle potentiellen Vorkommen untersucht:

“…..Greece has not yet performed relevant seismic surveys in the offshore areas around Crete and South Aegean Sea, (b) Greece has not yet commenced exploration in neither the Cretan nor Libyan Seas, and (c) Cyprus has not yet completed its hydrocarbon exploration activities….”

Währenddessen wird Deutschland weiter ausgeplündert.

Auch vor den Küsten des Gaza-Streifens und des Libanon gibt es Gas. Palästina darf unter keine Umständen den Status eines eigenen Staatsgebildes erlangen, denn dann könnte es die “Ausschließlichen Wirtschaftszone” (AWZ) vor der Küste Gazas für sich geltend machen, welche die Israelis natürlich für sich beanspruchen. In diesen Gebieten ist es zufällig zur Zeit sehr unruhig. Der Libanon wird von der Landkarte verschwinden, sagt Netanjahu.

Quelle: http://www.politaia.org/wichtiges/manipulation-im-zdf-griechische-oel-und-gasreserven/

Die griechische Polizei hat zwei von elf Schwerverbrechern erschossen, die vor mehr als drei Monaten aus einem Gefängnis ausgebrochen waren. Der Gruppe werden Morde an einer jungen Frau und einem Polizisten vorgeworfen.

Nach einer Verfolgungsjagd hat eine Spezialeinheit der griechischen Polizei am Dienstagabend zwei gesuchte Schwerverbrecher erschossen. Das bestätigte ein Polizeisprecher in Patras. Drei weitere Kriminelle suchten die Fahnder am Mittwoch noch in einem unwegsamen Gebiet in den Bergen in Westgriechenland.

Die fünf Männer gehörten den Angaben zufolge zu einer Gruppe von elf Schwerkriminellen, die am 22. März aus einem Gefängnis im mittelgriechischen Trikala ausgebrochen waren. Kurz nach ihrem Ausbruch kam bei einem ersten Schusswechsel bei Korinth eine junge Frau ums Leben. Vor etwas über zwei Wochen erschossen vermutlich dieselben Männer bei einer Straßenkontrolle einen Polizisten. Auch ein Bankraub in Larissa im Mai wird ihnen zur Last gelegt.

In Griechenland wurde ein Unternehmer wegen Steuerbetrugs zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt.

In einem Fall illegaler Mehrwertsteuer-Erstattungen verurteilte die dreisitzige Strafkammer des Landgerichts Thessaloniki einen wegen Betrugs zu Lasten des Fiskus angeklagten Unternehmer zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Dem Unternehmer wurde vorgeworfen, unter Vorlage imaginärer Unterlagen ungefähr 1,5 Millionen Euro als MwSt.-Rückzahlung bezogen zu haben. Er selbst gestand einen Teil seiner Handlungen ein, behauptete jedoch, von den Rückzahlungen 30% als Schmiergeld an Beamte des Finanzamts gezahlt zu haben.

Weiter verurteilte das Gericht die Ehefrau des Unternehmers und eine Angestellte zu 18 Jahren Gefängnis. Gegen die Finanzbeamten wurde ein Strafverfahren wegen Untreue gegenüber dem Staat eingeleitet und sie sagten bereits vor dem Untersuchungsrichter aus.

Quelle: http://news.in.gr/greece/article/?aid=1231255006

Die anstehende Aufhebung des Versteigerungsschutzes für Hauptwohnung in Griechenland stellt eine Zeitbombe für den Immobilienmarkt und die Wirtschaft dar.

Eine tickende Zeitbombe 400.000 unverkaufter Wohnungen droht den Immobilienmarkt, das Bauwesen, aber auch das Vermögen hunderttausender Immobilieneigentümer in die Luft zu jagen. Zu dem Bestand der 250.000 Wohnungen, die in den letzten fünf Jahren zum Verkauf ausgeschrieben worden sind, werden mit der Aufhebung des Versteigerungsverbots vermutlich weitere 150.000 Wohnungen hinzukommen. Wie Marktexperten veranschlagen, werden etwa 150.000 Eigentümer ihre Wohnungen verlieren, wenn ab dem 01 Januar 2014 die Pfändungen und Versteigerungen beginnen.

Falls die unheilvollen Prognosen sich bestätigen, wird der Markt von “billigen” Immobilien überschwemmt und die Preise gewaltsam mitgerissen werden. Das Ergebnis wird der Eintritt einer abrupten Entwertung des Immobilienvermögens aller Griechen sein, da tausende Wohnungen buchstäblich unter den Hammer kommen werden, und zwar zu sehr viel niedrigen als den heutigen Preisen, zu denen wiederum anzumerken ist, dass sie im Durchschnitt 20% – 30% unter dem Niveau vor der Krise liegen.

Der Markt vermag das Überangebot nicht zu absorbieren

Zum selben Zeitpunkt ist in Griechenland das Bauwesen zusammengebrochen, da praktisch keine Investitionstätigkeit existiert. Den Daten zufolge werden innerhalb des Jahres 2013 vielleicht weniger als 10.000 neue Wohnungen gebaut werden, wogegen 2007 die Anzahl der neuen Wohnungen 104.000 Einheiten tangierte – was bedeutet, dass der Rückgang innerhalb von sechs Jahren 90% erreicht. Im vergangenen Jahr, als der Immobilienmarkt sich in seinem schlimmsten Jahr der letzten 50 Jahre befand, wurden 18.321 neue Wohnungen gebaut. In diesem Jahr scheint sich jedoch ein neuer negativer Rekord abzuzeichnen, da in ganz Griechenland im Januar 1.165 und im Februar gerade 788 neue Wohnungen gebaut wurden.

Das Unvermögen zur Absorption der unverkauften Wohnungen und das Hinzukommen fast 150.000 Wohnungen aus 2. Hand, die im Fall der Freigabe der Versteigerungen aus Pfändungen herrühren werden, wird eine nie dagewesene Situation für die Wirtschaft und den Immobilienmarkt schaffen, weil es unmöglich ist, das 400.000 – vielleicht sogar noch mehr – Wohnungen innerhalb eines angemessenen Zeitraums abgenommen werden.

Gemäß einer Untersuchung der Nationalbank wird aus den folgenden Gründen allein für die 250.000 – 280.000 unverkauften Wohnungen das Verstreichen von 20 Jahren nötig sein, um absorbiert zu werden:

Der hohe Anteil der Eigennutzung (konstant bei 80%). Dies bedeutet, dass die Griechen in den folgenden Jahren keine Wohnungen kaufen werden, außer um die zu ersetzen, die sie bereits haben.

Das demographische Problem mit dem bei 1,4 liegenden Gesamtfruchtbarkeitsindex, während der Grenzwert für den Generationenersatz 2,1 beträgt. Praktisch bedeutet dies, dass 2050 die Bevölkerung des Landes 7 Mio. betragen wird. Folglich wird es keine jungen Leute geben, die eine neue Wohnung kaufen wollen werden.
Der Alterungsindex lag 2011 bei 135%, gegenüber 74% im Jahr 1991. Der Alterungsindex ist das Verhältnis der greisen Bevölkerung (im Alter von 65 Jahren und mehr) zu der altersmäßig jüngsten Bevölkerung (0 – 14 Jahre).

Die Immigranten verlassen schrittweise Griechenland, auch wenn sie in den vergangenen Jahren einen Anteil an der Geschäftstätigkeit auf dem Immobilienmarkt hatten. Die andauernde wirtschaftliche Krise und die Prognosen bezüglich eines schwächlichen Aufschwungs der Wirtschaft.
Die Festschreibung der harten Steuerpolitik, die den Besitz vieler Immobilien untragbar macht. Speziell mit der Erhebung einer beständigen Abgabe wird geschätzt, dass eine große Anzahl von Eigentümern die Immobilien, die sie nicht unterhalten können, zu jedem Preis loswerden wollen.
Was wird mit den Immobilienpreisen geschehen?
Diese Frage stellen sich hunderttausende Eigentümer von Immobilien in Griechenland, die in den letzten 15 Jahren Wohnungen zu außerordentlichen hohen Preisen kauften und deren Vermögen heute bis zu 50% seines Wertes verloren hat.

Das selbe geschieht auch mit den Bauunternehmern, die Grundstücke kauften oder nach dem System der Gegenleistung zu unerhörten Preisen erwarben, tausende Wohnungen bauten und diese heute nicht verkaufen können. Bereits mehr als 10.000 Bauunternehmen haben geschlossen oder sind unterbeschäftigt, welche Lage sich ab 2014 verschlimmern wird, wenn die Unternehmen aufgefordert werden sein, die neue Immobiliensteuer zu zahlen, die auch auf die nicht elektrifizierten Immobilien erhoben werden wird.

“Der Markt wartet auf den Abschluss der Rekapitalisierung der Banken und den erneuten Beginn der Gewährung von Baukrediten, die das einzige Bankprodukt sind, das den Banken hohe Verdienste gibt“, betont der Unternehmer Herr Mpatistatos.

Was die Faktoren des Immobilienmarkts sagen

Die Immobilien-Experten verlangen eine Beschränkung des Angebots billiger unverkaufter Wohnungen auf dem Markt und schlagen hinsichtlich der Versteigerungen vor, dass es Maßnahmen zum Schutz der Kreditnehmer gibt, die Problemen begegnen. Eine solche Maßnahme könnte die schrittweise Aufhebung des Versteigerungsverbots sein. Also dass es zum Beispiel über einen längeren Zeitraum einen Schutz der Kreditnehmer für einen objektbezogenen Immobilienwert von 50.000 oder 100.000 Euro anstatt wie heute 200.000 Euro gibt.

Ebenfalls soll allen, die ihre Raten nicht zu bedienen vermögen, die Möglichkeit geboten werden, in ihrem Haus wohnen zu bleiben und den Banken für einen konkreten Zeitraum von 2 bis 3 Jahren eine Art niedrigere “Miete” zu zahlen. Auf diese Weise würden auf dem Markt nicht massenhaft gepfändete Wohnungen “aufschlagen”.

Versteigerungsverbot greift nur bei Finanzierungskrediten

Der Vollständigkeit halber sei klargestellt, dass das seit 2010 bestehende und nach dem derzeitigen Stand der Dinge bis Ende 2013 befristete Versteigerungsverbot für Hauptwohnungen nicht etwa – wie irrigerweise häufig angenommen, moniert und geschmäht (siehe einschlägige Leserkommentare zu relevanten Beiträgen auf diesem Blog) – global alle verschuldeten Immobilienbesitzer schützt.

Die in Rede stehende Maßnahme wurde ergriffen, nachdem im Rahmen der Griechenland aufgezwungenen rigorosen Sparmaßnahmen zahllose “rechtschaffene” Kreditnehmer plötzlich mit ungeheuren Kürzungen ihrer Einkommen konfrontiert wurden und infolgedessen nicht mehr in der Lage waren, ihre Baukredite zu bedienen. Streng marktwirtschaftlich betrachtet mag das verfügte Versteigerungsverbot umstritten sein, stellte jedoch die einzige Möglichkeit dar um zu verhindern, dass hunderttausende Familien praktisch über Nacht auf die Straße gesetzt worden wären.

Die konkrete Regelung bezieht sich in diesem Sinn nur auf Fälle, in denen das Haus / die Wohnung mittels eines hypothekenbesicherten Kredits finanziert wurde (also analog zu der Restschuld eh der finanzierenden Bank gehört), die einzige bzw. Hauptwohnung des säumigen Kreditnehmers darstellt und der nach dem System der “sachwertorientierten Wertbestimmung” festgelegte Wert der Immobilie nicht mehr als 200.000 Euro beträgt (je nach Familienstand des Schuldners kann der Betrag – relativ geringfügig – höher ausfallen).

Abschließend ist anzumerken, dass die Troika wiederholt eine Aufhebung des in Rede stehenden Versteigerungsverbots (zuletzt mit Wirkung ab August 2013) zu erzwingen versucht hatte, um einen noch abrupteren Verfall der Immobilienpreise in Griechenland zu erreichen – womit es wohl keiner weiteren Fragen bedarf, zu Gunsten welcher Interessen die Troika auf der sofortigen Zwangsversteigerung der in Rede stehenden Immobilien beharrt … .

Vor dem Euro gab es in Griechenland so gut wie keine Verbraucherkredite. Doch das billige Geld verleitete die Bürger zum hemmungslosen Konsum. Nun schicken die Banken ihnen statt Kreditkarten Inkassounternehmen an den Hals.

Kürzlich verurteilte ein Gericht in Thessaloniki die Telefonistin eines Inkassounternehmens zu sieben Monaten Haft. Nach Ansicht der Richter hatte die Frau eine Schuldnerin über Gebühr belästigt und bedroht, und damit gegen den Datenschutz und die Verleumdungsparagraphen verstoßen. Die Verurteilte war sich keiner Schuld bewusst. Sie sagte zu ihrer Verteidigung, dass sie nur die internen Dienstanweisungen befolgt habe.

Die am Telefon terrorisierte Klägerin hatte ausgesagt, dass das Inkassounternehmen Kollegen und Verwandte über ihre Schulden informiert hatte und sie sich wüste Beschimpfungen anhören musste. Die Abteilungsleiterin der Telefonistin und der Direktor der Inkassofirma wurden trotzdem freigesprochen.

Banken machen Druck

Es ist eine neue und besonders unschöne Facette der Griechenland-Krise: Erst verloren die Bürger ihren Job oder große Teile ihres Einkommens – nun ziehen die Banken die Schlinge zu. Die Ursache dafür liegt – wieder einmal – in der Euro-Einführung im Jahr 2002. Kaum war die neue Währung eingeführt, da schickten griechische Banken auch Nichtkunden ungefragt Kreditkarten ins Haus. Ohne Bonitätsprüfung hatten die Geldhäuser drei-, vier- oder fünftausend Euro Kreditrahmen bereits vorab genehmigt. Die Banken konnten sich das leisten, denn sie kamen im Zuge der Euro-Einführung erstmals preiswert an Gelder der Europäischen Zentralbank (EZB) – zu weit niedrigeren Zinsen als in den Zeiten der Drachme. Die Rechnung zahlten die Bürger über steigende Verbraucherpreise: Ein Bund Petersilie kostete am 31. Dezember 2000 in der Regel noch 100 Drachmen.

Nach der Umstellung auf den Euro boten Wochenmärkte denselben Bund nach dem 1. Januar 2002 für einen Euro an – umgerechnet waren das 340,75 Drachmen.

Die Politik schaute dem Treiben lange tatenlos zu. Sie goutierte zunächst, dass durch den höheren Konsum der Bürger das Bruttoinlandsprodukt (BIP)massiv stieg. Der Konjunkturaufschwung wurde zum Symbol eines neuen, reichen und starken Griechenland stilisiert. Die Aussicht auf eine rosige Zukunft weckte wiederum bei den Bürgern die Hoffnung auf weiter steigende Löhne – und heizte ihre Konsumgelüste zusätzlich an. Wer kein Geld hatte, lieh es sich. Die Banken heizten die Kreditnachfrage zusätzlich an. Mit dem zu erwartenden steigenden Einkommen in der Zukunft würden die Schulden leicht zurückgezahlt werden können, warben sie. Noch bis ins Jahr 2008 hinein bewarben die Banken Urlaubskredite, Weihnachtskredite für die Geschenke an die Lieben und schnelle Kredite für Sportwagen.

Jeder vierte Kredit ist faul

Das Ende der Geschichte ist bekannt: Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers und der folgenden Weltwirtschaftskrise kippte auch das griechische Wirtschaftsmodell wie ein Kartenhaus zusammen. Kredite über 228 Milliarden Euro haben die griechischen Geldinstitute unters Volk gebracht. Nach Daten der griechischen Zentralbank sind aktuell 64 Milliarden Euro davon faul – gut ein Viertel. Von den 26 Milliarden Euro an Hypothekenkrediten gelten sogar mehr als vierzig Prozent als gefährdet.
Nach Umfragen wollen die meisten Kreditnehmer ihre Darlehen bedienen, sie können es jedoch nicht – oder nur teilweise. Besserung ist nicht in Sicht. 27,4 Prozent Arbeitslose verzeichnet die aktuelle Statistik für das erste Quartal 2013. Bis 2014 könnte die Quote bei fortdauernder Rezession – die Wirtschaft soll um 4,09 Prozent schrumpfen – auf mehr als 30 Prozent steigen. Damit wird auch die Summe der faulen Kredite steigen: Wirtschaftsstudien zufolge bis 2014 auf 90 Milliarden Euro.

Parallel dazu reißen immer neue Steuern sowie per staatlichem Dekret sinkende Löhne noch tiefere Löcher in die Taschen der Bürger. Individuelle Einkommensverluste von dreißig bis fünfzig Prozent für einen Angestellten sind im Griechenland kein Einzelfall. Bei Freiberuflern und Händlern decken die Einnahmen kaum mehr die monatlichen Unkosten. Doch der Staat ist unerbittlich: Wer dem Fiskus mehr als 5000 Euro schuldet, dem droht die sofortige Verhaftung.

Selbst bei einst vernünftiger Kreditplanung sind die Voraussetzungen für eine Rückzahlung unter diesen Bedingungen nur noch selten gegeben. Knapp eine halbe Million Griechen leben in Haushalten, in die kein einziger Euro mehr als Einkommen oder Rente fließt.

Die Banken sind nicht liquide genug

Die bereits zu Zeiten der weltweiten Finanzkrise mit staatlichen Milliarden gestützten Banken stehen nun vor einem Problem. Von insgesamt 206,9 Milliarden Euro, die bislang aus dem Euro-Rettungsschirm nach Griechenland flossen, hat der Staat den Geldhäusern 58,2 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung zukommen lassen, um die Verluste aus der Entwertung der griechischen Staatsanleihen abzufedern. Doch weil während der Krise knapp 225 Milliarden an Spareinlagen ins sichere Ausland oder zur Zahlung von Steuern, dem Lebensunterhalt oder einem Krankenhausaufenthalt der zunehmend unversicherten Griechen von den Konten abgezogen wurden, fehlt es den Finanzinstituten trotzdem an Liquidität, um Geschäfts- oder Industriekredite zu vergeben.

Wie ein Ertrinkender zum Strohhalm greifen sie daher zum letzten Mittel: den Inkassounternehmen. Dass sie durch das rigide Eintreiben von Schulden die einst umworbenen Kunden für immer verprellen könnten, erscheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt nebensächlich. Massenhaft nehmen die Geldhäuser die Dienste zum Teil zwielichtiger Geldeintreiber in Anspruch. Die erhalten im Gegenzug sämtliche Daten der Kreditnehmer.
Dazu gehören neben den Kontaktdaten des Schuldners auch Informationen über dessen Arbeitgeber oder Verwandte. Betroffen ist jeder, der eine Kreditrate nicht am Stichtag einzahlt. Die Inkassounternehmen nutzen alle zur Verfügung stehenden Kontaktdaten, denn sie werden nach Erfolg bezahlt.

Druck, Druck, Druck

Eine schriftliche Zahlungserinnerung findet ebenso wenig statt, wie eine Information des Kunden über die Datenweitergabe. Skrupel kennen die Geldeintreiber nicht: Wie mehrere Aussteiger in griechischen Medien berichteten, werden die Mitarbeiter der Inkassounternehmen angehalten, möglichst barsch vorzugehen. Dabei sei es wichtig, den Druck auf den Kreditnehmer so sehr zu erhöhen, dass dieser schließlich sogar den Zeitpunkt der Zahlung verspricht. Telefonisten, die nicht genügend Geld eintreiben, würden kurzerhand gefeuert. Zahlreiche auf diesem Gebiet tätige Firmen greifen auf Leiharbeiter zurück. Für nominell fünf Stunden pro Tag erhalten diese knapp 300 Euro netto – pro Monat. Erfolgsprämien werden nicht gezahlt. Oft befinden sich die Telefonisten selbst im Visier von Geldeintreibern. Länger als ein Quartal hält kaum jemand diesen Job durch.

Auch bei offensichtlichen Fehlern weichen die Inkassofirmen keine Handbreit zurück. So wurden Fälle bekannt, in denen Inkassounternehmen am Telefon unbescholtene Bürger terrorisierten, weil die ihre Telefonnummer von einem Schuldner übernommen hatten. Der vollkommen Unbeteiligte möge doch per Zusendung von Dokumenten beweisen, dass er nicht der Gesuchte oder ein Verwandter sei, hieß es. Zudem drängen die Anrufer in solchen Fällen darauf, dass der Nachfolger des Telefonanschlusses in der Nachbarschaft nach dem Verbleib des Kreditnehmers fragt.

Leidtragende dieser offensichtlich rechtswidrigen Praxis sind auch die Angestellten der Banken: Sie müssen sich den Ärger ihrer Kunden anhören, haben selbst aber keinerlei Einfluss auf die Inkassoverfahren. Dem Autor dieses Artikels ist der Fall einer Bankangestellten bekannt, die eine Kreditkarte nicht rechtzeitig beglichen hatte. Während sie erklärte, warum die am Automaten erfolgte Einzahlung des Autors wegen eines technischen Fehlers erst zwei Tage später gebucht wurde, musste sie, sichtlich entnervt, dem Inkassounternehmen am Telefon genau das Gleiche für ihre eigene Zahlung erläutern.

Obwohl nach einem kürzlich erlassenen Gesetz die telefonische Belästigung in Griechenland erst zehn Tage nach Fälligkeit gestattet ist, halten die Geldeintreiber sich sehr oft nicht daran. Anzeigen gibt es selten, denn die würden den Betroffenen mindestens 100 Euro Verwaltungsgebühren kosten. Die Gebühren für Strafanzeigen hat die Regierung im Zuge der Sparmaßnahmen in den vergangenen Jahren von zehn Euro auf 100 Euro erhöht. Verbraucherschützer haben eine telefonische Hotline eingerichtet – doch davon wissen die Wenigsten. Immerhin verhängte das Verbraucherschutzamt bisher Bußgelder in Höhe von 390 000 Euro an die Geldeintreiber. Doch das ist ein Klacks gemessen an den Millionengewinnen der Branche.

Gegen den barschen Telefonterror gefeit sind nach Angaben aus der Branche ausgerechnet diejenigen, die aggressiv und glaubhaft darlegen, dass sie schlicht keine Lust zum Zahlen haben. Wie Aussteiger berichten, vermerken die Telefonisten in solchen Fällen schlicht den Code „toter Mann“. So verhindern sie, dass sie diese Klientel erneut erfolglos anrufen – und ihre Erfolgsquote und damit auch den eigenen Job gefährden.

Quelle: Focus.de

Die Globalisierungskritiker von Attac erheben schwere Vorwürfe gegen Bundeskanzlerin Merkel und deren EU-Amtskollegen: Das Geld der Griechenland-Rettung floss überwiegend an Banken und Kapitalanleger, statt an die griechischen Bürger. Eine Frage lässt der Bericht allerdings offen.

Von Angela Merkel weiß man, dass das Gefühlige, das Pathetische, ihre Sache nicht so ist. Oft unterscheiden sich ihre Reden zum Tag der deutschen Einheit im Ton kaum von einer Ansprache beim Steuerberatertag, und wie es um ihre Gemütslage bestellt ist, behält sie für gewöhnlich auch für sich. Umso erstaunter horchten viele auf, als Merkel im vergangenen Sommer mit Blick auf den europäischen Dauerpatienten Griechenland plötzlich zu Protokoll gab, dass ihr angesichts der heftigen sozialen Einschnitte, der Rentenkürzungen und Entlassungen, „schon das Herz blutet“. Schau an, mag sich mancher gedacht haben: doch nicht so ein Eisklotz, unsere Bundeskanzlerin.

Alles nur Fassade! Das jedenfalls glauben die Globalisierungskritiker von Attac, die in mühevoller Kleinarbeit Daten und Fakten über den Umgang Merkels und ihrer EU-Amtskollegen mit den Griechen zusammengetragen haben. Ergebnis: Von den 207 Milliarden Euro an Hilfskrediten, die die Euro-Partner und der Internationale Währungsfonds (IWF) bisher nach Athen überwiesen haben, kamen fast 160 Milliarden nicht den griechischen Bürgern zugute, sondern den Banken und Kapitalanlegern im In- und Ausland.

„Das Ziel der politischen Eliten ist nicht die Rettung der griechischen Bevölkerung, sondern die des Finanzsektors“, sagt Lisa Mittendrein von Attac Österreich, die die Recherche mit initiiert hat.
Die einzelnen Bäume, aber nicht den Wald gesehen

Es ist nicht so, dass man nicht gewusst hätte, wohin die Rettungsmilliarden geflossen sind. Auch der Attac-Bericht, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt, speist sich aus öffentlichen oder leicht zugänglichen nicht-öffentlichen Quellen.

Doch oft ist es ja bekanntlich so, dass man zwar die einzelnen Bäume, nicht aber den Wald sieht. So auch bei der Unterstützung Griechenlands: So war bekannt, dass von den 207 Milliarden Euro an Hilfen 58 Milliarden für die Aufstockung des Eigenkapitals griechischer Banken, 55 Milliarden für die Rückzahlung auslaufender Staatsanleihen und elf Milliarden für den Rückkauf alter Schulden ausgeben wurden.

Auch wusste man, dass die Staatengemeinschaft den großen Banken, Versicherungen und Investmentfonds der Welt die Beteiligung am Schuldenschnitt des Jahres 2012 mit einem sogenannten „Zuckerstückchen“ in Höhe von 35 Milliarden Euro schmackhaft gemacht hatte. Nur aufaddiert – und vor allem kommuniziert – hatte die Zahlen bisher niemand.

Aus gutem Grund, wie man bei Attac glaubt: „Mindestens 77 Prozent der Hilfsgelder lassen sich direkt oder indirekt dem Finanzsektor zuordnen“, heißt es in der Zusammenfassung der Rechercheergebnisse. Und Aktivistin Mittendrein ergänzt: „Unsere Regierungen retten Europas Banken und Reiche!“ Darunter sei beispielsweise die griechische Milliardärsfamilie Latsis, die große Teile der vom Staat aufgefangenen „Eurobank Ergasias“ besitzt. Die Rechnung hingegen habe die griechische Bevölkerung begleichen müssen – in Form „einer brutalen Kürzungspolitik, die die bekannten katastrophalen sozialen Folgen hat“.

Selbst von den knapp 47 Milliarden Euro, die tatsächlich im griechischen Staatshaushalt ankamen, musste Athen dem Bericht zufolge 35 Milliarden umgehend als Zinszahlungen an die Besitzer von Staatsanleihen weiterleiten. Auch habe die Regierung 2010 und 2011 mehr als zehn Milliarden Euro für die Landesverteidigung ausgegeben, weil die Regierungen in Berlin und Paris Druck gemacht hätten, dass keine Aufträge bei deutschen und französischen Rüstungsfirmen storniert werden. Zumindest für den letzten Vorwurf fehlen in dem Bericht allerdings die Belege, vielmehr verlässt sich Attac wie auch im Fall Latsis auf Medienberichte.

Und noch eine wichtige Frage lassen die Globalisierungskritiker unbeantwortet: Was wäre eigentlich passiert, wenn die Staatengemeinschaft der Regierung in Athen 2010 nicht zur Hilfe geeilt wäre? Nach Ansicht fast aller Experten hätte sich Griechenland in einem solchen Fall binnen weniger Wochen für zahlungsunfähig erklären müssen – mit unabsehbaren Folgen für den Zusammenhalt der gesamten Währungsunion und noch dramatischeren Konsequenzen für die Griechen selbst. Der Staat hätte von heute auf morgen die Zahlungen an Beamte, Rentner und öffentliche Einrichtungen – darunter Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten – einstellen müssen. Und die Banken wären schlicht kollabiert.

Mittelbar, so argumentiert zum Beispiel die Bundesregierung, seien die Kredite der Euro-Partner und des IWF deshalb sehr wohl den Bürgern Griechenlands zugutegekommen. Mit dem Hilfsprogramm habe man Athen die nötige Zeit verschafft, den Staatshaushalt zu sanieren, den Schuldenabbau einzuleiten und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft zu steigern, heißt es im Finanzministerium. Auch habe Deutschland maßgeblich mit dafür gesorgt, dass die privaten Gläubiger Griechenlands auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichtet hätten.

Ähnlich sieht man das in der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank: Auch die Milliarden für die Banken-Rekapitalisierung nutzen demnach dem einfachen Bürger, weil eine Volkswirtschaft ohne vernünftig ausgestattet Banken nicht funktionsfähig sei. Weder seien die Einlagen der Bürger sicher, noch kämen Unternehmen an dringend notwendige Investitionskredite.

Für die Kritiker von Attac sind das Schutzbehauptungen. „Die weit verbreitete und von europäischen Politikern öffentlich vertretene Position, dass das Geld der sogenannten ,Rettungspakete‘ den Menschen in Griechenland zugutekommen würde“, so Aktivistin Mittendrein, „ist widerlegt!“

Quelle: http://www.sueddeutsche.de